Hesse als interreligiöser Brückenbauer

Im Rahmen der Projekttage beschäftigten sich Schüler:innen der Jahrgangsstufe Q2 mit Hermann Hesse als „interreligiösem Brückenbauer und Sinnsucher“. Ausgangspunkt war Hesses lebenslange Auseinandersetzung mit Religion und Spiritualität, die sich besonders in seinem Roman Siddhartha widerspiegelt.

Die Projektwoche führte die Gruppe auf eine spannende Reise durch unterschiedliche Glaubenswelten, mit denen auch Hesse sich beschäftigte: Sie besuchten das buddhistischen Tor in der Grimmstraße, um hier über den Buddhismus zu sprechen und die Wirkung der Meditation zu erfahren. Dann besuchten sie die Sufismus-Ausstellung in der Islam-Abteilung des Humboldt Forums und wurden von Feride Funda G.-Gençaslan in die Geschichte und die Glaubensprinzipien des Sufismus eingeführt. Dabei erhielten sie auch die Gelegenheit, einem Derwisch beim rituellen Tanz zur Verehrung Gottes zuzusehen. Schließlich folgte der Besuch des hinduistischen Sri Ganesha-Tempels in der Hasenheide, bei dem die Lerngruppe viel Neues über die indischen Gottheiten und die ethischen Prinzipien des Hinduismus erfuhren.

Begleitet wurden die Exkursionen von intensiven Diskussionen: Welche Rolle spielen Glaube, Religion und Spiritualität für ein als sinnvoll empfundenes Leben? Welche Aktualität hat Hesses Gedanke, östliche und westliche Religiosität als gleichrangig zu betrachten und in ihrer Vielfalt als Bereicherung zu verstehen?

Die Ergebnisse der Erkundungen und Recherchen wurden in kreativen Produkten wie Spielen, Plakaten und Videos festgehalten. Diese präsentierte die Lerngruppe schließlich beim Sommerfest, wo sie auf großes Interesse stießen.

So hat das Projekt nicht nur Einblicke in unterschiedliche Religionen eröffnet, sondern auch gezeigt, dass Hesses Botschaft bis heute relevant ist.